LEBEN: Lohnt es sich, das Leben zu planen?

Es gibt zwei Gruppen von Menschen.
Die einen sagen:
„Man kann das Leben sowieso nicht planen. Es kommt, wie es kommt.“
Die anderen legen sich Notizbücher an, entwerfen Visionen, Lebensziele und To-do-Listen. Sie planen. Sie gestalten. Sie entscheiden.
Welche Gruppe hat recht?
Die Antwort ist überraschend:
Beide – aber nur eine gewinnt.
Das Paradox des Lebensmanagements
Wir können das Leben nicht kontrollieren. Es ist wie bei der Zeit. Beides läuft. Was wir können: Uns steuern.
Wir können nicht bestimmen, was uns begegnet. Dafür ist das Leben zu vielfältig. Aber: Wir können bestimmen, wie wir damit umgehen.
Ein kluger Coach formulierte es so:
„Nicht planen bedeutet, dem Zufall die Führung zu überlassen.“
Und Zufall hat selten Interesse daran, dass wir erfüllt, stark und glücklich durchs Leben gehen.
Was passiert, wenn wir nicht planen?
Nichts Dramatisches.
Nichts Spektakuläres.
Das was in solchen Fällen meistens passiert. Durchschnitt.
Der Alltag frisst uns auf. Jeder Tag wird so wie der vorherige. Und wie so oft: Das Dringende gewinnt gegen das Wichtige.
Uns geht die Arbeit nicht aus. Also viel Beschäftigung. Viele Termine. Wir sind viel für andere unterwegs. Erfüllung? Eher weniger.
Wir rennen und reagieren und funktionieren. Manchmal wie eine kleine Maschine. Im Gegensatz zu einer Maschine fragen wir uns irgendwann (immerhin tun wir das noch):
„War’s das?“
Was passiert, wenn wir planen?
Da geschieht schon was anderes. Etwas Entscheidendes. Denn wir nehmen plötzlich das Leben wahr. Bewusster.
Wir beginnen, Autor des eigenen Lebens zu werden.
Denn wer plant, setzt sich Ziele. Daraus folgt, dass wir uns Prioritäten setzen. Und wer mit Prioritäten arbeitet, findet Klarheit.
Und Klarheit ist Macht.
Planung bedeutet nicht Kontrolle, sondern Ausrichtung:
Ich weiß, was mir wichtig ist.
Ich weiß, wo ich hin will.
Einer meiner Dozenten sagte mal: „Planung ist die geistige Vorwegnahme zukünftigen Handelns!“ Da ist was dran. Das verändert vieles.
Ein Satz, der Leben dreht
Viele Menschen sagen:
„Ich möchte im Leben vorankommen.“
Aber vorankommen ist kein Ziel.
Wo ist vorne?
Der entscheidende Satz lautet:
„Ich gestalte mein Leben aktiv.“
Gestaltung bedeutet:
- wählen, statt treiben lassen
- entscheiden, statt zögern
- handeln, statt hoffen
Die Angst vor Planung
Viele fürchten Planung. Aber nicht, weil sie vielleicht kompliziert ist. Hier kommen Momente, wo wir mit unserem Leben konfrontiert werden:
- mit unseren Wünschen
- mit unseren Träumen
- mit dem, was wir wirklich wollen
Und wenn wir wissen, was wir wollen, dann müssen wir etwas dafür tun. Auch kommt das Wörtchen Veränderung ins Spiel. VerÄNDERung hat immer was mit Arbeit zu tun.
Das macht Planung so unbequem. Starten wir damit merken wir, wie wertvoll.
Die Kunst der guten Planung
Erfolgreiche Lebensplanung ist nicht eng. Sie ist elastisch. Und dann stellt man auf dem Wege fest, dass sie Raum schafft für:
- Zufälle
- Begegnungen
- Überraschungen
- Veränderungen
Planung ist kein Käfig. Planung ist ein Kompass. Und diese zwei Instrumente, Kompass und Uhr, sind bei der Lebensplanung miteinander fest verwoben. Mit der Uhr verfolge ich die Zeit, der Kompass zeigt die Richtung.
Die drei Ebenen der Gestaltung
Wer sein Leben gestalten will, beginnt auf drei Ebenen:
- Werte
Was ist mir wirklich wichtig?
Ohne diese Frage bleibt alles beliebig.
- Ziele
Was will ich in den nächsten 12 Monaten erreichen?
Klar. Konsequent. Konkret.
- Gewohnheiten
Was tue ich jeden Tag, jede Woche?
Denn am Ende zählt nicht der große Plan.
Sondern das tägliche, stille Tun.
Gewohnheit schlägt Willenskraft.
Es ist erstaunlich, welche Dinge da bei näherer Betrachtung hochkommen. Und wie zukünftig damit umgegangen wird. Wenn man dranbleibt.
Ergebnis: Ein anderes Lebensgefühl
Menschen, die planen, berichten immer wieder:
- mehr Ruhe
- mehr Fokus
- weniger Chaos
- mehr Entscheidungsstärke
- weniger Fremdbestimmung
- mehr Selbstwirksamkeit
Sie erleben ein Gefühl von: „Ich stehe am Steuer.“ Und: „Das ist auf einmal ganz anders wie vorher!“
Das verändert das eigene Leben –
und oft das der Menschen um sie herum.
Also: Lohnt es sich, das Leben zu planen?
Ja. Nicht, weil das Leben dann perfekt wird. Sondern weil es bewusst wird. Weil wir nicht warten, bis etwas passiert – sondern beginnen zu gestalten.
Ein Satz zum Schluss
Wenn Sie Ihr Leben nicht planen, planen es andere für mich:
- Termine
- Erwartungen
- Anforderungen
- Dringlichkeiten
Die Welt hat genug Programme für jeden Einzelnen von uns.
Die Frage ist:
Wie schaut Ihr Programm aus?
Einladung
Auch wenn Sie noch zur Gruppe der Skeptiker gehören: Setzen sie sich hin. Nach Möglichkeit HEUTE. Nicht morgen.
Und dann beginnen Sie langsam mal zu schreiben. In ein schönes Heft. Mit einem für Sie angenehmen Stift.
- Was will ich wirklich?
- Was ist das, was mich begeistert?
- Wo gibt es Stellen für Veränderung?
- Habe ich schon mal auf mein Herz gehört?
Und dann stellen Sie sich immer wieder diese eine Frage:
„Welcher kleine Schritt bringt mich heute näher dorthin?“
Mach ihn. Gehen Sie los. In kleinen Schritten. Nicht in Sieben-Meilen-Stiefeln. Und morgen wieder. Wieder einen kleinen Schritt.
So beginnt Lebensmanagement:
nicht mit dem großen Wurf –
sondern mit einem mutigen Schritt.
