REDEN: Erstellen Sie einen Fahrplan – bevor Sie losreden

Reden ohne Fahrplan ist wie Autofahren ohne Ziel. Da fährt man und fährt man – ist ordentlich unterwegs und macht und tut. Man kommt dann vielleicht irgendwo an – aber selten dort, wo man eigentlich hinwollte.
Bevor Sie den ersten Satz formulieren, lohnt sich ein ehrlicher Check-in:
- Ist Ihr Thema wirklich klar?
- Wissen Sie, was Sie sagen wollen – und was nicht?
- Haben Sie Material gesammelt, das trägt?
- Gibt es erste Ideen, Bilder, Gedanken für den Vortrag?
Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, dann geht es los. Ansonsten bitte nacharbeiten – es lohnt sich!
Der erste große Schritt: ein grobes Skript
Viele scheitern nicht an mangelndem Wissen, sondern an fehlender Ordnung. Die Ideen und Gedanken sollen irgendwie auf die Reihe gebracht werden. Hier hilft ein einfacher, aber wirkungsvoller Gedanke: Denken Sie wie ein Regisseur.
Ein Regisseur schreibt nicht sofort Dialoge. Er entwirft zuerst die Szenen.
Genauso funktioniert ein gutes Redekonzept.
- Welche Inhalte sollen vorkommen?
- Welche Gedanken sind unverzichtbar?
- Welche Stationen muss das Publikum durchlaufen?
Aber Achtung: Dieses grobe Skript ist noch kein Text. Es ist ein Überblick.
Ein erster Entwurf. Eine Landkarte. Und mit der gilt es nun weiter zu arbeiten.
Der Fahrplan mit den Haupt-Haltepunkten
Stellen Sie sich Ihren Vortrag wie eine Zugfahrt vor. Es gibt Haupt-Haltepunkte – zentrale Aussagen, an denen niemand vorbeikommt.
Diese Haltepunkte geben Orientierung:
- Ihnen, damit Sie nicht abschweifen
- Ihrem Publikum, damit es folgen kann
Alles, was später kommt – Beispiele, Geschichten, Zahlen, Emotionen – ordnet sich diesen Punkten unter.
Und erst wenn der Fahrplan steht – erst dann – lohnt sich die Feingliederung.
Von der Grobskizze zur Tiefe
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:
- Was vertieft welchen Punkt?
- Wo braucht es ein Bild, wo eine Pause?
- Was kann weg, ohne die Aussage zu schwächen?
Struktur schafft Freiheit. Und genau diese Struktur nimmt den Druck raus – und gibt noch etwas dazu: Sicherheit!
Denn wer weiß, wohin er spricht, kann sich darauf konzentrieren, wie er spricht.
Gutes Planen ist kein Umweg
Manche halten Planung für Zeitverlust. In Wahrheit ist sie Zeitgewinn. Das ist wie im wahren Leben. Wer sich Gedanken über sein eines Leben macht, kann nur gewinnen.
Ein klarer Fahrplan:
- reduziert Lampenfieber
- schärft die Botschaft
- erhöht Wirkung und Überzeugungskraft
Und ganz nebenbei: Der Plan sorgt dafür, dass Ihr Publikum am Ende genau dort ankommt, wo Sie es haben wollten.
Gutes Planen ist kein Korsett.
Es ist das Fundament für starke Worte.
